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Case Study Energy-Reporting für Egger: Weniger Steuern und effektivere Prozesse

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Für sein Werk in Bevern brauchte der Holzverarbeiter Egger ein Energiemanagementsystem, das sowohl internen Anforderungen gerecht wird als auch den gesetzlichen Vorgaben zur Reduzierung von Energiesteuern und -abgaben. Die anspruchsvolle Aufgabe wurde von der acs ag erfolgreich gelöst. Nun werden weitere Standorte in das Energy-Reporting eingebunden.Der deutsche Strompreis ist ein komplexes Gebilde. Fünf verschiedene Umlagen und Abgaben treiben den Preis in die Höhe, dazu kommt noch die Stromsteuer, für andere Energiearten gibt es eine eigene Energiesteuer. Um die Belastung für produzierende Unternehmen mit hohem Energiebedarf abzumildern, gibt es die Möglichkeit, sich von Steuern und Zulagen teilweise befreien zu lassen.

Für diesen sogenannten „Spitzenausgleich“ gibt es für verschiedene Wirtschaftsbereiche unterschiedliche Voraussetzungen, eine der wichtigsten ist jedoch stets der Nachweis von Energie-Einsparungen.

Der Holzverarbeiter Fritz Egger GmbH aus St. Johann in Tirol betreibt insgesamt 18 Werke in 8 Ländern, darunter auch mehrere in Deutschland. Als Produzent mit hohem Energiebedarf kann Egger den Spitzenausgleich erhalten, wenn das Unternehmen ein Energieaudit nach DIN EN ISO 50001 (bis 2012: DIN EN 16001) einführt.

Dies ist notwendig, um die geforderte Reduktion des Energieverbrauchs belegen zu können. Dazu müssen bestimmte Grenzwerte erreicht werden. 2017 liegt die geforderte Reduzierung gegenüber dem Verbrauch des Jahres 2015 bei 3,9 Prozent, im kommenden Jahr steigt die Anforderung auf 5,25 Prozent im Vergleich zu 2016.

Anspruchsvolle Projektvorgaben

Gestartet wurde das Projekt im Beschichtungswerk im niedersächsischen Bevern. Es galt, die Verbrauchsmengen der Energieträger (Gas, Strom, Dampf, Druckluft, Wasser) zu erfassen und zu reporten. Bislang wurden die Daten in einer Access-Lösung gespeichert und teilweise mit Zwischenschritten ausgewertet. Die zentrale historische Datenbank ist aber seit längeren Wonderware Historian. Dort sollten nun alle anfallenden Werte gespeichert werden.

Der Auftrag an acs lautete, eine Programmierung vorzunehmen, welche die im Werk Bevern erfassten Daten in angemessener Weise darstellt. Dabei galt es, die Strukturen der bisherigen Auswertung und Darstellung mittels Access beizubehalten, damit die Mitarbeiter mit gewohnten Strukturen arbeiten können.

Dennoch sollte eine bessere Möglichkeit der Auswertung und Darstellung geschaffen werden, ebenso Exportfunktionen, um die Daten in Excel-Dateien, die Auswertungen im PDF-Format ablegen zu können. Insbesondere eine grafische Auswertung der Zähler war gewünscht, mit tabellarischen Darstellungen sowie Diagrammen auf Gruppenebene. Zudem forderte Egger, Wochen- und Monats-Protokolle beziehungsweise -Reportings automatisiert per E-Mail zu versenden. Nicht zuletzt sollte auch eine Möglichkeit geschaffen werden, weitere Zähler einzubinden, ohne dass die Reportings daraufhin manuell angepasst werden müssen.

Weitere Anforderungen lauteten, dass die Daten sowohl über Intranet (von anderen Werken) als auch im Werk selbst abrufbar sein sollten, und zwar in unterschiedlichen Darstellungen, je nach Benutzerrolle. Denn auf die Daten müssen unterschiedliche Hierarchie-Ebenen mit unterschiedlichen Zielsetzungen zugreifen: der  Energiebeauftragte, der Verantwortliche für die Produktion, das Management und der Einkauf.

Diese brauchen wahlweise aktuelle Ist-Zahlen oder auch übergeordnete Daten, mit dem Gesamtjahresverlauf und einem Vergleich zu den vorgegebenen Zielwerten. Zudem musste dafür Sorge getragen werden, dass die Daten im Historian nicht mehr verändert werden können. Diese revisionssichere Ablage ist Teil der gesetzlichen Anforderungen zur Steuerbefreiung.

Komplex im Aufbau, einfach in der Anwendung

Das Reporting-Projekt für Egger entwickelte acs auf Basis der Microsoft SQL-Server Reporting Services. Die Applikation wurde auf dem bestehenden Historian-Rechner installiert, so dass die Daten zentral gehalten werden konnten. Da die Reportdaten große Zeiträume umfassen können, wurden Aggregationstabellen erstellt, die einerseits eine rasches Reporting sicherstellen und andererseits die Übernahme der Bestandsdaten aus den Access-Datenbanken ermöglichen. acs hat die Altdaten-Übernahme realisiert, so dass nun sämtliche Werte im neuen Reportingsystem vorliegen.

Um das Handling zu vereinfachen hat acs zudem ein kleines Verwaltungsprogramm erstellt, das die nachträgliche Änderung einzelner Datenpunkte in den Aggregationstabellen erlaubt und eine Neuberechnung der Aggregationstabellen für einen Zeitbereich je Zähler ermöglicht. Dies kann zum Beispiel nötig werden wenn historische Werte aufgrund eines defekten Zählers geändert werden müssen. Für die Änderung im Historian gibt es für diesen Fall separate Mechanismen.

Bei der Lösung, die acs entwickelt hat, handelt es sich um ein webbasiertes Energiemanagement-System, das wie gefordert sowohl von internen Arbeitsplätzen als auch von anderen Werken zugänglich ist. Ein Fokus der Entwicklung lag auf der einfachen Bedienbarkeit und kurzen Antwortzeiten. Dies schlug sich in der größtmöglichen Nutzerakzeptanz nieder.

Auftragsbezogenes Energie-Management

Die Einführung des Energiemanagement-Systems am Egger-Standort Bevern wurde zwar hauptsächlich aufgrund der angestrebten Steuer- und Abgabenbefreiung in Angriff genommen. Doch war von Anfang an klar, dass auch das Management der Aufträge und die Verbesserung der Produktionsprozesse damit verbunden sein sollten.

Wie Produktionsleiter Tobias Dülberg erläutert, gab es auf die Frage, warum ein Auftrag energetisch so gut oder eher schlechter gelaufen war, bislang nur „eine Antwort aus dem Bauch“ – falls man dazu überhaupt konkret etwas sagen konnte.

Mit dem neuen System lassen sich nun die Energieströme genau darstellen und damit auch für jeden Auftrag feststellen, was verbraucht worden ist.

Auch der gesamte Energieverbrauch lässt sich nun erstmals vollständig überblicken. Nicht nur nach absoluten Zahlen, sondern auch nach spezifischen Verbrauchswerten, also bezogen auf die Produktionsleistung. Die Einheit der Produktion ist [m3] MDF (Mitteldichte Holzfaserplatte).

Spezifische Einheiten sind hier

bei Strom              → [MWh/m3];

bei Gas                  → [Nm3/m3];

bei Druckluft         → [Nm3 je Tag / m3 MDF je Tag];

bei Dampf             → [t je Tag / m3 MDF je Tag];

bei Wasser            → [m3 je Tag / m3 MDF je Tag].

Da im Historian nicht nur die Energie-Daten, sondern auch andere Anlagenparameter liegen, können diese nun verknüpft werden, um neue Erkenntnisse zu gewinnen, die dazu beitragen, Prozesse effektiver zu gestalten und Aufträge besser zu planen.

Breiter Nutzen

Mit dem Energie-Management-System von acs hat Egger nun eine einfach zu bedienende Applikation, die zahlreiche Anforderungen abdeckt. Insbesondere bildet es die Basis für ein erfolgreiches Energiemanagement gemäß DIN EN 16001 beziehungsweise DIN EN ISO 50001. So ist es nun ein Leichtes, Energie-Audits durchzuführen und den Nachweis für Energie-Einsparungen zu liefern.

Mit der Übernahme der Altdaten und der leichten Erweiterbarkeit um neue Zähler sowie den automatisch versendeten Reportings sind zentrale Nutzerwünsche abgedeckt. Auf dieser Basis wurden bereits weitere Werke in das Energie-Management-System eingebunden, und zwar alle auf nur einem zentralen Server in der Unternehmenszentrale in Sankt Johann, so dass der Wartungsaufwand nicht steigt. Dadurch sind auch werksübergreifende Vergleiche und Analysen einfacher möglich.

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