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Case Study: Outsourcing der Wartung bei E. Schellenberg

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Die Erweiterungen sind implementiert, das Retrofit abgeschlossen, die Anlage läuft. Und nun – sieht man den Kunden erst in zwei bis drei Jahren wieder? Nein, immer mehr Anlagenbetreiber wollen sich auf ihre Produktion konzentrieren.

Wo früher die Ansicht vorherrschte, dass Maschinen-Know-how, Inspektion und Wartung elementare Bestandteile des Produktionsumfelds sind, hat sich angesichts von Industrie 4.0 und steigendem IT- und Software-Anteil die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine Arbeitsteilung mit spezialisierten Dienstleistern lohnend sein kann. Zumindest dann, wenn der neben dem IT-Know-how auch die Erfahrung rund um den Lifecycle von Industrie-Anlagen mitbringt.

Die Firma E. Schellenberg Textildruck AG ist einer der letzten Textilveredler in der Schweiz. Mehrere Millionen Meter hochwertige Stoffe werden jedes Jahr im Zürcher Oberland durch verschiedenste Verfahren veredelt. Das erste grössere Projekt mit der acs ag war 2003/2004 die Installation des MES-Systems „ES-FiT“.

Nach fast zehn Jahren im Einsatz genügte es den Anforderungen nicht mehr. Die Zahl der Aufträge war erheblich gewachsen, und nach dem Zusammenschluss mit dem Stoffhändler Greuter-Jersey hatte sich Schellenberg vom klassischen Lohnveredler zum Stoffverkäufer und Konfektionierer weiterentwickelt. Den damit neu entstandenen Anforderungen musste ES-FiT Rechnung tragen und wurde 2014 einem Retrofit unterzogen.

Outsourcing der Wartung

Aufgrund der guten Zusammenarbeit und der Kompetenzen von acs beschloss Schellenberg, Inspektion und Wartung teilweise an den Dienstleister auszulagern und das Dienstleistungspaket „FiT-Lifecycle“zu nutzen. Dieses wird nicht als Alternative zu der internen Instandhaltungsorganisation des Kunden verstanden, sondern als dessen Ergänzung. Ziel des Dienstleistungsangebotes ist es, auch nach der Produktionsübergabe den reibungslosen und effizienten Betrieb sicherzustellen.

Durch eine professionelle Wartung werden die Betriebskosten gesenkt, und der Kunde kann sich auf seine Kernkompetenz konzentrieren, statt sich im Rahmen von Industrie 4.0 mit immer neuen IT- und Software-Anforderungen auseinandersetzen zu müssen.

Zu den grössten Herausforderungen für eine Wartung von Aussen zählt es, eine aktuelle Dokumentation zu erhalten und dafür zu sorgen, dass diese auch bei allen Massnahmen fortgeschrieben wird. Zudem müssen gemeinsam mit dem Kunden die Systemindikatoren festgelegt werden, auf denen die Inspektion beruht. Um die Systemkomponententen und ihren „Gesundheitszustand“ richtig einschätzen zu können, müssen zahlreiche Daten aus unterschiedlichen Applikationen und Systemen zusammengeführt, analysiert und bewertet werden.

Ausführung nach Checkliste

Bei Schellenberg erfolgt in zyklischen Abständen die Wartungen des Equipments durch acs. Die Zeitspanne gibt ein definierter Inspektionsplan vor, der zuvor vereinbart wurde. Die Vereinbarung umfasst die Wartung von SPSen, Servern und Bedienstationen mit diversen Applikationen sowie das Netzwerk. Auch Lizenzserver, Schaltschränke und Datenbanken werden vom externen Dienstleister gewartet.

Die Inspektion beginnt mit der Planung der Termine zwischen acs ag und dem Kunden. In dieser Planung wird festgelegt, welche FiT-Lifecycle-Gegenstände zu welchem Zeitpunkt inspiziert werden sollen. Denn es ist meist nicht möglich, alle Gegenstände in nur einer Inspektion zu prüfen.

Im zweiten Schritt wird die vereinbarte Inspektion durchgeführt. Diese umfasst Massnahmen zur Feststellung und Beurteilung des Ist-Zustandes von technischen Mitteln eines Systems. Dazu bedient sich acs des Fernzugriffs auf die Systeme.

Als Nachbearbeitung bekommt Schellenberg ein Inspektionsprotokoll zugesendet, das einem standardisierten Aufbau folgt. Es enthält Informationen zu den Inspektionsrahmenbedingungen, eine Zusammenfassung der Inspektionsdurchführung und die Liste der Gesamtresultate sowie Detailangaben zur Inspektionsdurchführung gemäss der vereinbarten Liste der FiT-Lifecycle-Gegenstände. Treten Auffälligkeiten zutage, folgt zuletzt die Instandsetzung, um den Sollzustand wiederherzustellen. Auch dies wird entsprechend protokolliert.

Basis für den Lifecycle-Service

Als Grundlage für FiT-Lifecycle müssen die zu betreuenden Systeme gewisse Voraussetzungen erfüllen. An erster Stelle steht ein stabiler Betrieb. Nur dann ist ein vernünftiger Abgleich möglich, der Abweichungen zum implementierten Sollzustand aufdeckt. Die Systeme müssen zudem sauber dokumentiert sein und einen Fernzugang anbieten.

Von acs gelieferte Systeme erfüllen diese Voraussetzungen von Hause aus. Der Dienstleister bietet FiT-Lifecycle aber nicht nur für die eigenen Lösungen an, sondern auch für Fremdsysteme. Bei Bedarf stellt acs daher auch Services bereit, um solche Systeme in einen wartbaren Zustand zu bringen.

Neben Inspektion, Wartung und Instandsetzung zählt auch das Management von Störungen und Ausfällen zum Portfolio des FIT-Lifecycles. Dazu stellt acs eine 7x24h-Support-Organisation zu Verfügung. Hier können ebenfalls Fremdsysteme eingeschlossen werden. Damit acs die Kunden optimal unterstützen kann, baut der Dienstleister das entsprechende Know-how auf.

Wenn der Kunde dies wünscht und es mit der gegebenen Infrastruktur sinnvoll ist, stellt acs sogar eine automatische Systemanalyse und Benachrichtigung oder Alarmierung bereit, um Störungen schnell zu erkennen und Ausfälle zu minimieren. Nicht zuletzt zählen auch Optimierungsservices zum Angebot im Rahmen des FiT-Lifecycle.

Zahlreiche Bausteine

Rund um diese zentralen fünf Bereiche bietet acs zahlreiche Ergänzungen und Verfeinerungen an. Dies reicht von Trainings und Helpdesk-Services über Reportings bis hin zur Stellvertretung, bei der für eine kürzere Zeit eine Vertretung für das betriebseigene technische Personal durch acs gestellt wird.

Welche dieser Leistungen der Kunde nutzen möchte, bleibt ihm überlassen – er kann sich sein Dienstleistungsportfolio individuell zusammenstellen und dabei festlegen, welche Inspektionszyklen einzuhalten sind, wie Bereitschafts- und Reaktionszeiten gestaltet sind oder ob präventive Wartungsarbeiten eingeschlossen sind. Die Buchung gilt jeweils für ein Jahr.

Investition in die Service-Qualität

Um Kunden wie Schellenberg und anderen künftig die Zusammenarbeit noch weiter zu erleichtern, bereitet acs weitere Verbesserungen des Service vor. So ist ein Kundenportal in der Umsetzungsphase, das alle Informationen zum Lifecycle-Vertrag bereitstellt. Dieses wird auch eine ausführliche Case-Statistik und eine Knowledge-Base erhalten. Da gerade in hektischen Notfällen das konsequente Case-Management leidet, wird eine Case-Erfassung via Web oder per eMail implementiert.

Darüber hinaus wird auch die detaillierte automatische Überwachung der Systeme immer weiter verfeinert. Und auch das Kernstück des FiT-Lifecycle, die Inspektion, soll für die Kunden noch interessanter werden: Mit einer automatischen Datenerfassung und -auswertung, auf Wunsch in einer eigenen acs-Cloud.

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