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Asset Service Management: Alle Assets im Griff

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Im Produktionsumfeld sind Unterhalt und Wartung ein ambivalentes Thema. Sie gehören nicht direkt zum Produktionsablauf, haben für diesen aber eine enorme Bedeutung: Die Sicherung der Qualität, der Verfügbarkeit und ein sparsamer Ressourceneinsatz stehen dazu in direkter Abhängigkeit. Das Asset Management ist für Industrie-Unternehmen also ein strategisches Thema, das entsprechende Aufmerksamkeit verdient.

Die Digitale Transformation der Produktion ermöglicht nicht nur eine bessere Steuerung von Fertigung und Prozessen. Die höhere Zahl und Aktualität der Messdaten aus Maschinen und Anlagen legt auch die Basis für ein intelligenteres Asset Management, das mit Unterstützung verschiedener Software-Systeme die Effizienz sprunghaft ansteigen lässt. Doch nicht immer ist das Know-how für Auswahl und Einführung solcher Systeme vorhanden. Consulting- und Engineering-Dienstleister wie die acs AG aus Wil mit Hauptsitz in der Schweiz und zentralen Niederlassungen in Deutschland und Österreich können die internen Abteilungen dabei unterstützen und springen auch ein, wenn es Kapazitätsengpässe gibt.

Aspekte des Asset Managements

Unterhalt und Wartung sind die beiden häufigsten Schlagworte, mit denen Plant Asset Management charakterisiert wird. Tatsächlich geht es um Erzeugen und Bereitstellen von Informationen, insbesondere zur Asset-Gesundheit, Organisation des Einsatzes und der Zustandserhaltung der Assets sowie das Verwalten der Assets über den gesamten Lebenszyklus hinweg. In der Praxis ergeben sich daraus zahlreiche Unter- und Nebenthemen, zu nennen sind hier beispielsweise:

  • Geplante Wartungen, inklusive Wartungsplänen, Wartungs- und Inspektionsgängen
  • Condition Monitoring und Predictive Maintenance
  • Ungeplante Wartungen
  • Ersatzteil- und Beschaffungsmanagement
  • Planung und Durchführung von Erweiterungs-, Optimierungs- und Retrofit-Massnahmen
  • Fortschreibung der Anlagendokumentation und Nachweis der Wirksamkeit von Optimierungen
  • Dokumentation von Software-Versionen

Mit Hilfe spezialisierter Software können Sie diese Aufgaben effizient erledigen. Eine umfassende Lösung bietet Schneider Electric mit seinem Enterprise Asset Performance Management (APM). Dieses unterstützt konsequent die Möglichkeiten einer modernen Anlagensteuerung, wie das Industrial Internet of Things (IIoT), Big Data Analytics, Mobility und Workflow Collaboration. Das Ziel ist eine Verringerung ungeplanter Stillstände, höhere Verfügbarkeit, grössere Effizienz und verbesserte Sicherheit.

Um dieses Ziel zu erreichen, sammelt es Daten von Sensoren und Aktoren, Steuerungen und dem SCADA-System. Aber auch Smart Devices, die beispielsweise eine akustische Überwachung von Maschinenteilen ermöglichen, lassen sich in den Datenstrom integrieren. Die Software sorgt für eine ressourcenschonende Archivierung, stellt Analyse-Funktionen zur Verfügung und bietet Werkzeuge zur Visualisierung an. Dashboards, KPIs und Reports können nicht nur an der Maschine, sondern sowohl am festen Arbeitsplatz, mobil oder – sofern gewünscht – per Fernzugriff eingesehen werden. Mit Wonderware IntelaTrac stehen sowohl Software- wie Hardware-Komponenten zur Verfügung, die einen mobilen Workflow ermöglichen.

Analyse-Tools

Insbesondere Wartung und Instandhaltung können von der besseren Datenbasis profitieren. Roland Bieri, CEO der acs ag, schildert ein zusätzliches Einsatzszenario: „Wenn ein ungeplanter Stillstand auftritt und ein, zwei Stunden nicht produziert werden kann, dann lässt sich diese Zeit für zusätzliche Wartungsarbeiten nutzen. Dafür müssen aber die Informationen vorliegen, welche Arbeiten zu machen sind – und die Verantwortlichen müssen erst einmal erfahren, dass sich gerade ein solches Zeitfenster geöffnet hat.“ Entsprechende Interfaces zu installieren, die Events melden und die nötigen Informationen bereitstellen, sind Aufgaben, die innerhalb eines übergreifenden Systems gelöst werden müssen, so Bieri.

Für Condition-Monitoring-Aufgaben stellt Schneider den Avantis Condition Manager zur Verfügung, der auf einer regelbasierten Engine basiert, aber auch Kontext-Daten berücksichtigt. Aufwendigere Szenarien deckt Avantis PRiSM ab, eine Predictive-Maintenance-Lösung, die vor Ausfällen warnen kann, bevor sie passieren und so die Zahl der ungeplanten Stillstände reduziert. Dazu nutzt es sowohl eine fortschrittliche Mustererkennung, mit der Abweichungen vom Normalbetrieb erkannt werden, als auch Machine-Learning-Mechanismen, die mittels historischer Daten trainiert werden. Die Analysewerkzeuge geben aber nicht nur Alarm, um vor Ausfällen zu schützen, sondern unterstützen auch bei der Ursachenforschung.

Software-Assets managen

Welche Gefahren für die Anlagenverfügbarkeit im Internet der Dinge auf uns warten, zeigt ein Vorfall, der zwar nur den Bereich der Zugangskontrolle betrifft, aber prinzipiell auf jede digitalisierte Komponente zutrifft: Lockstate, Hersteller von programmierbaren Türschlössern, die per WLAN mit neuen Zugangscodes versehen werden können, spielte an das Modell LS-6i versehentlich ein Firmware-Update einer anderen Modellvariante auf, die ohne Plausibilitätskontrolle installiert wurde. Die Folge: Ein Totalausfall der Elektronik, die Schlösser sind lediglich noch mechanisch zu bedienen. Das Mainboard muss vom Hersteller neu geflasht werden, was etwa zwei bis drei Wochen in Anspruch nimmt.

Immer häufiger sind Maschinen und Anlagen vom korrekten Zusammenspiel der verschiedenen Software-Komponenten abhängig. Veränderungen an der Steuerungsprogrammierung, Updates von Firmware und Applikationen bergen stets ein grosses Risiko für Ausfälle. Umgekehrt ist bei neu auftretenden Gefahren, wie den ersten Erpressungstrojanern Anfang 2016, schnelles Handeln gefragt. Welche Software-Versionen sind in der Anlage in Verwendung? Wo ist welche Software installiert, die eventuell upgedated werden muss? Können Updates zentral gesteuert installiert werden?

Für solche Fragen gibt es ebenfalls spezialisierte Anwendungen, beispielsweise das FactoryTalk AssetCentre von Rockwell Software oder das Produkt VersionDog der Firma Auvesy. Die Anwendungen sichern den Zugriff auf das Produktionssystem ab, dokumentieren Nutzer-Aktionen, stellen automatisiert Softwarestände und Firmware-Versionen fest, archivieren sämtliche verwendete Versionen und ermöglichen automatisierte Backups bei denen es eine Benachrichtigung gibt sobald sich Anlagen- und Serverstand unterscheiden. Auch das automatische Kalibrieren von Instrumenten und das Management der dafür nötigen Zertifikate sind möglich.  

Mehr Intelligenz im Service

Für Roland Bieri ist damit die Palette der Massnahmen, um das Asset Management effizienter zu gestalten, noch lange nicht ausgeschöpft. „Rockwell und Siemens geben Ihnen die Möglichkeit, die Ersatzteil-Beschaffung auszulagern und per Konsignationslager zu optimieren“, so eines seiner Beispiele. Ebenso lässt sich im Retrofit oder bei Erweiterungen eine Simulation der Anlage gewinnbringend einsetzen, oder Augmented Reality in der Wartung. Mit Beratungsdienstleistungen und Personalschulungen kann acs die Anlagenbetreiber bei der Modernisierung ihres Asset Managements unterstützen. Einen praktischen Einblick in die Möglichkeiten gibt der Dienstleister in Kooperation mit Schneider Electric beim CoffeTech-Event am 27. September 2017.

Fazit Asset Service Management

Das Asset Management in der industriellen Produktion ist ein Feld mit zahlreichen Facetten. Doch allen Aspekten dieses Themas ist eines gemeinsam: Die Digitale Transformation sorgt für fundamentale Veränderungen und Neuerungen auf diesem Gebiet. Sei es über bessere Vorhersagen für Wartungsintervalle, Simulationssysteme, die auch bei kleineren und mittleren Unternehmen wirtschaftlich eingesetzt werden können und völlig neuen Anwendungen wie Augmented Reality in der Wartung.

Der Mehrwert dieser Technologien wächst durch Kombination. Denn die – gemeinsame – Datenbasis muss nur einmal geschaffen werden, kann dann aber vielfältigen Nutzen stiften. Das Asset Management sollte daher als strategisches Thema begriffen werden. Fundierte Unterstützung bieten externe Partner, die mit ihrem Branchen- und Prozess-Know-how sowohl die Konzeption als auch die praktische Umsetzung beherrschen.

 

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